Maria 2.0: Experimenteller Wortgottesdienst

Maria 2.0 Experimenteller Wortgottesdienst Hundert Glaeubige bleiben draussenIm Garten der Pfarrkirche sammelten sich diejenigen, die protestieren wollten. Als gemeinsames Kennzeichen trugen sie weiße Kleidungsstücke. Foto: Ulrike von Brevern Hundert Gläubige bleiben draußen

Sassenberg - Während in der Pfarrkirche am Sonntag die Orgel klang und Pastor Rösner vor den Augen der Gläubigen zum Altar schritt, hatten sich rund hundert Gottesdienstbesucher auf dem Rasen neben der Kirche eingefunden, um bewusst „draußen“ zu bleiben und einen experimentellen Wortgottesdienst zu feiern.

Einen Tag nach dem Ende der offiziellen Aktionswoche leisteten sie damit dem Protestaufruf „Maria 2.0“ Folge, den in Sassenberg die Katholische Frauengemeinschaft und der Pfarreirat gemeinsam unterstützten.

„Sehr aufgewühlt, sehr emotional“, so beschrieben Frauen des KFD Vorstandsteams die Bilanz, die sie am Ende ihrer Aktion zogen. Es war nicht nur die große Zahl der Besucher, mit der die Organisatorinnen nicht gerechnet hatten – Stühle mussten nachgeholt, Materialien für den Gottesdienst spontan vermehrt werden. Auch persönlicher Mut und emotionale Reaktionen einzelner Besucherinnen zeigten den Frauen des Gottesdienstteams nach eigenen Angaben, wie wichtig der gewünschte Neuanfang vielen Menschen in der Kirche sei.

Die kirchliche Frauenprotestbewegung Maria 2.0 wendet sich nicht gegen die Glaubensgemeinschaft selbst, sondern setzt sich gegen Machtstrukturen und Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche ein, besonders aber gegen die fortgesetzte Ausgrenzung von Frauen. Dass der „experimentelle Wortgottesdienst“ anders werden würde, als der nebenan, machte schon ein kleines Detail zu Beginn deutlich, als statt „Vater, Sohn und heiligem Geist“, die „heilige Geistkraft“ angerufen wurde.

„Wir treffen uns draußen vor der Kirche – nicht weil wir unsere Kirchräume nicht wertschätzen, sondern um deutlich zu machen, dass wir Frauen immer noch „draußen“ sind“, formulierte Ruth Fusenig zum Auftakt des Gottesdienstes. „Kirche buchstabiert man nicht wie Steine und Glocken, sondern wie du und ich. (…) Dome kann man in der Kirche ersetzen aber den Menschen nicht“, ergänzte Helga Rennemeier die andere Sichtweise der Frauen.

Während des Gottesdienstes, zu dem auch auffällig viele Männer gekommen waren, wurden Wünsche an die Kirche formuliert und zusammengetragen. Die musikalische Gestaltung übernahm die Musikgruppe „musica piccola“. Im Anschluss gab es bei Wasser und Brot noch Gelegenheit zum Gespräch - eine Möglichkeit, die auch der Pfarrer wahrnahm, als er mit der Messe nebenan fertig war.

Quelle: WN vom 21.05.2019  /  Text & Foto: Ulrike von Brevern

 

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