Sanftes Spiel und kraftvoller Klang

Kirchenmusiker Christian Ortkras 3Christian Ortkras ist neuner Kirchenmusiker in Sassenberg und FüchtorfKirchenmusiker Christian Ortkras

Sassenberg/Füchtorf - „Die Orgel ist das größte Instrument. Keines ist so umfangreich, vom leisesten Register bis zum größten Tutti kann man alles machen.“ Seit seiner Jugend schwärmt Christian Ortkras für Orgeln. Jetzt ist er Kirchenmusiker in Sassenberg und Füchtorf. „In der Orgel ist alles drin, ob Oboe oder Posaune. Ich habe ein ganzes Orchester unter mir.“ Wir haben Ortkras bei der Arbeit besucht.

Zwanzig Stufen steigt Christian Ortkras hinauf zu seinem Arbeitsplatz an der Eule-Orgel in der St.-Johannes-Evangelist-Kirche in Sassenberg. Denn der 27-Jährige ist seit dem 1. August neuer hauptberuflicher Kirchenmusiker der katholischen Kirchengemeinde St. Marien und Johannes Sassenberg-Füchtorf.

Christian Ortkras wuchs in Herzebrock auf. Derzeit richtet er seine Wohnung in Sassenberg mit seinen beiden Katzen ein. Ob an der Siegfried-Sauer-Orgel in Füchtorf, beim Orgelpositiv im Altenzentrum oder bei der „Eule“ in Sassenberg: Regelmäßiges Üben ist für ihn wichtig: „Einen Tag nicht geübt, da merke ich es. Zwei Tage nicht geübt, da merkt es die Gemeinde.“ Bei der „Eule“-Orgel in Sassenberg ist größeres Vertrautmachen Pflicht. „Mit zwei Wochen war es nicht getan.“

Vor der an den großen romantischen Vorbildern eines Friedrich Ladegast geschulten Eule-Orgel hat er großen Respekt: „Sie ist hochwertig verarbeitet und hat einen grandiosen Klang, der sich durch Wärme und Volumen auszeichnet.“ Genau darauf reagiert der neue Mann an der Orgel. Christian Ortkras spielt während dieses Interviews mit sanftem Anschlag so inwendig mit Fingerspitzengefühl die „Eule“ – vom zarten Pianissimo der lieblichen Flöten und Oboen zum kraftvollen Fortissimo – das man denkt seine Hände schweben leicht über der Tastatur. „Ich spiele mit Seele, mit Anima.“ So entfalten sich die 32 Register der Orgel gut bis in den letzten Winkel der Pfarrkirche von 1678.

„Das Tolle ist“, sagt Christian Ortkras, „es ist wie in einer Ehe: man wird immer wieder überrascht.“

Obwohl sein Vater Metzger war und seine Mutter Hausfrau wusste Christian Ortkas schon mit 14, das er Kirchenmusiker werden wollte. Er fuhr damals täglich mit dem Rad in die Kirche. Seit seinem 16. Geburtstag verdient er Geld mit dem Orgelspielen. „Mit 17 kamen die Mädchen dazu, dann fuhr ich nur noch alle zwei Tage in die Kirche.“ Dann wurde Ortkras der jüngste vom Bistum Münster nebenamtlich ausgebildete Kirchenmusiker an der Hochschule für Musik Detmold. Zu seinen Lehrern zählten Prof. Thomasz Adam Nowak (Orgel), und Prof. Karl Heinz Bloemeke (Dirigieren). Christian Ortkras gewann mehrere 1. und 2. Preise bei „Jugend musiziert“ und beim „Jugend-Musikpreis“.

Neben Orgelspielen singt er, spielt Cembalo und leitet die Kirchenchöre in Sassenberg und Füchtorf, sowie eine Frauenchoral- und Kinderschola.

In seiner Freizeit fährt Ortkras gerne Kanu auf der Ems und wandert am Kaiser-Wilhelm-Denkmal und an den Bruchhausener Steinen. „Da bekomme ich gute Inspirationen.“ Neben dem guten Klang im Kirchenraum geht es ihm stets um Tiefe in der Musik: „Ich begleite die Menschen ja von den Entstehung des Lebens (Taufe) bis zum Tod (bei Beerdigungen).“

Quelle: WN vom 20.08.2018  /  Text & Foto: Peter Sauer

 

 

Kirchenmusiker Sanftes Spiel und kraftvoller Klang 1

Tiefe ist der Orientierungskompass fuer Ortkras bei der Musik wie auch bei den Menschen 2

Fussarbeit ist an der Orgel auch gefragt 2a

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